Frische Haferflocken sind gesund – ein echtes regionales Superfood

Den Haferflocken im morgendlichen Müsli schenken die meisten Menschen nur wenig Beachtung. Dabei stecken Sie voller wertvoller Nährstoffe, natürlicher Aromen und sind ein wahres Superfood. Haferflocken können dabei helfen, den Blutzucker- und Cholesterinspiegel zu senken, die Darmflora zu schützen und Hautkrankheiten wie Neurodermitis zu lindern. Wieso Haferflocken gesund sind, lest ihr in diesem Artikel.

Ballaststoffe sind gut für den Darm

Die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe, vor allem das Beta-Glucan mit bis zu 4,5 g auf 100 g Hafer, schützen die Schleimhaut der Verdauungsorgane. Zudem senkt Beta-Glucan den Cholesterinspiegel, da es Gallensäure bindet und deren Ausscheidung fördert. Somit muss der Körper unter Einsatz von Cholesterin neue Gallensäure bilden.

Hafer mit Spelz

B-Vitamine und Omega-6-Fettsäuren

Neben dem Beta-Glucan wirken auch die Omega-6-Fettsäuren des Hafers regulierend auf Cholesterin- und Blutfettspiegel ein. Von diesen wertvollen Fettsäuren enthält Hafer besonders viele, da sein Fettgehalt mit 6-7% der höchste aller Getreidearten ist. Dieser hohe Fettgehalt ist auch der Grund für die relativ schnelle Verderblichkeit von Haferflocken. Sobald die Schale des Korns beschädigt wurde, sorgen Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und Wärme dafür, dass die Öle ranzig werden. Nach ca. 4-6 Wochen wären die Haferflocken dann aufgrund der ausgebildeten Bitterstoffe ungenießbar, weshalb sie bei industrieller Herstellung durch starke Erhitzung haltbar gemacht werden.

Darum ist es so enorm wichtig, Hafer (aber auch andere Getreide und Saaten) frisch zu flocken. Denn nur dann bleiben alle wertvollen Nährstoffe erhalten. So auch die B- Vitamine, die teilweise sehr hitzeempfindlich sind. Außerdem verlieren durch das Erhitzen auch die weiter oben erwähnten Ballaststoffe wie das Beta-Glucan einen Großteil ihrer Quellfähigkeit, weshalb ihre wohltuende Wirkung auf die Verdauung dann deutlich geringer ausfällt. Bei frisch geflocktem Hafer behalten die Ballaststoffe ihre volle Quellfähigkeit, was sich bei der Verarbeitung der frischen Haferflocken zu Porridge dadurch bemerkbar macht, dass sich eine für Haferbrei typische etwas schleimige Konsistenz bildet, die in Magen und Darm als Schutzschicht wirkt und Reizungen und Infekten effektiv vorbeugt.

Frische Haferflocken sind ideal für Sportler

Haferflocken sind nicht nur gesund, sondern auch das ideale Fitness Food vor oder nach dem Sport. Die langkettigen Kohlenhydrate liefern über einen langen Zeitraum Energie, weshalb Hafer oft über Stunden sättigend wirkt. Langkettige Kohlenhydrate werden anders als die kurzkettigen Kohlenhydrate (Zucker) langsamer abgebaut. Dadurch steigt auch der Blutzuckerspiegel langsamer an und die Leistungsfähigkeit bleibt länger erhalten. Hafer hat außerdem einen Brennwert von ca. 330 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Neben den langkettigen Kohlenhydraten und dem hohen Energiegehalt ist Hafer auch reich an Mineralstoffen. Darunter fallen das für die Muskelregeneration so wichtige Magnesium, Eisen, Phosphor und Zink. Mit etwa 12 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm, sind Haferflocken auch ein guter Eiweißlieferant. Ergänzt durch weitere Eiweißquellen wie Joghurt oder Quark oder Sonnenblumenprotein sind Haferflocken also ideal nach dem Workout.

Zudem enthält Hafer viele essentielle Aminosäuren. So etwa die Aminosäure Lysin, die ebenfalls besonders hitzeempfindlich ist. Diese wird vor allem für den Muskelaufbau benötigt und unterstützt den Stoffwechsel beim Fettabbau. Das ebenfalls für die Fettverbrennung wichtige Enzym Lipase ist wie die Aminosäure Lysin hitzeempfindlich. Lipase konnte im Labortest in frisch gequetschten Bio Haferflocken in mindestens sieben Mal höherer Dosis nachgewiesen werden als in industriell hergestellten Bio Haferflocken. Daher lohnt sich auch für Sportler die frische Herstellung der Flocken mit einer Flockenquetsche. Wer auf seine Ernährung achtet, gesund sein will und viel trainiert, sollte seinen Hafer immer frisch gequetscht zu sich nehmen, um den maximalen Effekt beim Abnehmen und Muskelaufbau zu erzielen.

Dinkel

Die Art des Hafers ist entscheidend

Hafer ist nicht gleich Hafer. Der normale Hafer, auch Spelzhafer (lat. Avena sativa) genannt, hat von Natur aus einen Spelz (eine Art äußerer Schale), der entfernt werden muss, da er nicht genießbar ist. Allerdings ist der Spelz beim Spelzhafer so schwer zu entfernen, dass dieser dazu erhitzt werden muss. Beim Nackthafer (lat. Avena nuda) ist dies anders, da dieser einen weniger und gleichzeitig leichter ablösbaren Spelz besitzt. Er verliert daher schon beim einfachen Dreschen seinen Spelz komplett. Er hat zudem einen höheren Gehalt an Fett- und Bitterstoffen und daher kommt ihm in der Vollwerternährung eine wichtige Rolle zu. Da bei der Entfernung des Spelz keine Erhitzung stattfindet, bleiben die wertvollen Nährstoffe in voller Qualität erhalten. Da Nackthafer seltener angebaut wird, ist er teurer als Spelzhafer. Wir finden jedoch, dass sich der Mehraufwand und die höheren Kosten lohnen und verwenden in unseren Produkten ausschließlich Nackthafer.

Hafer quetschen gelingt im Handumdrehen

Hafer ist ein Weichgetreide und lässt sich leicht quetschen. Ob mit der Hand oder elektrisch entstehen beim Selberflocken mit einer Kornquetsche im Nu formschöne und vor allem frische Haferflocken. Eine Portion frisch geflocktes Müsli zum Frühstück gelingt so in nur etwa 30 Sekunden. Wer mag, kann die Flocken auch für einige Tage im Voraus produzieren. Wenn diese in einem geschlossenen Behälter möglichst luftdicht, kühl, trocken und dunkel aufbewahrt, behalten sie ihre wohltuende Qualität. So muss man nicht jeden Morgen aktiv werden und kann die Flockenquetsche auch für einige Tage wegpacken, falls sie sonst im Weg steht.

Flocken über Nacht einweichen

Wer will kann seine frischen Flocken über Nacht einweichen, um sogenannten Frischkornbrei oder Frischkornmüsli herzustellen. Dadurch verringert sich der Gehalt an Phytinsäure in den Haferflocken über Nacht stark. Das wird daher empfohlen, weil Phytinsäure die Mineralstoffe Magnesium, Eisen, Zink und Kalzium bindet, was deren Aufnahme im Körper behindert. Für den Abbau der Phytinsäure zuständig ist das Enzym Phytase, das jedoch ebenfalls hitzeempfindlich ist und somit in industriellen Haferflocken nicht mehr enthalten ist. Ein Einweichen dieser industriellen Haferflocken wäre somit sinnlos. Bei frischen Haferflocken macht das Einweichen jedoch Sinn. Am besten eignen sich dazu ein saures Milieu, etwa aus Sauermilchprodukten oder Fruchtsäften. Zu lange sollten die frischen Flocken jedoch auch nicht eingeweicht werden, da sie sonst Bitterstoffe anfangen auszubilden und zudem hat die Phytinsäure auch positive Effekte. So verzögert sie etwa die Verdauung von Stärke. Das reguliert wiederum den Blutzuckerspiegel. Zudem wirkt die Phytinsäure selbst antioxidativ.

Kurz anrösten als schmackhafte Alternative

Alternativ können die frischen Haferflocken ganz kurz angeröstet werden. Dadurch entfalten die darin enthaltenen Fette besonders gut ihre Aromen und der Phytinsäuregehalt wird ebenfalls verringert. Einfaches Kochen hingegen sorgt nicht für einen Abbau der Phytinsäure, eben aus dem Grund da dabei die hitzeempfindliche Phytase verloren geht und die gesunde Wirkung verloren geht, wie weiter oben erwähnt.

Es genügt jedoch auch völlig, den Hafer einfach frisch zu Flocken und wie andere Haferflocken auch im Müsli zu verwenden. Der Nährstoffgehalt ist in jedem Falle deutlich höher als bei industriellen Haferflocken und zudem kommen die Aromen des Hafers so am besten zur Geltung. So macht einen das Frühstück fit für den Tag und gibt einen gute Basis für Sport aller Art.

Beliebte Produkte um Hafer selber zu quetschen