Wer frisch gemahlenen Kaffee mag, wird frisch geflocktes Müsli lieben

Guter Kaffee wird frisch gemahlen. Das weiß jeder. Zwar mahlt nicht jeder zuhause seinen Kaffee selbst, aber zumindest im Café wird erwartet, dass der 3 bis 4 Euro teure Kaffee frisch gemahlen wird, bevor er mit der sündhaft teuren Siebträgermaschine zubereitet wird. Und auch die meisten Kaffeevollautomaten werden mit ganzen Kaffeebohnen befüllt und mahlen den Kaffee erst direkt vor der Zubereitung. Warum? Die meisten Menschen würden darauf antworten, dass frisch gemahlener Kaffee einfach besser schmeckt. Und das stimmt auch, denn Röstkaffee ist ein Frischeprodukt und verliert im Laufe der Zeit an Aroma. Das liegt an seinen natürlichen Feinden: Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wärme und Licht. Diese haben besonders leichtes Spiel, wenn die Kaffeebohnen bereits gemahlen sind, denn dann ist die Angriffsfläche deutlich größer und es gibt keine schützende Schicht mehr.

Was für Kaffee gilt, gilt umso mehr für die Zutaten von Müsli: Getreide und Saaten

Es ist eigentlich erstaunlich, dass sich diese bei Kaffee so selbstverständlich scheinende Erkenntnis noch nicht bei den Hauptzutaten von Müsli durchgesetzt hat. Damit sind Getreide wie Hafer und Dinkel sowie Saaten wie etwa Leinsamen, Sesam oder Sonnenblumenkerne gemeint. Exemplarisch wollen wir hier den Hafer betrachten, da dieser in Form von Haferflocken die wohl häufigste klassische Müslizutat darstellt.

 

Haferflocken und Kaffee haben dieselben Feinde: Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wärme und Licht

Genauso wie gemahlener Kaffee bietet auch gequetschter Hafer (= Haferflocken) viel Angriffsfläche. Die Oberfläche vergrößert sich und die schützende Schale des Haferkorns ist beschädigt. Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wärme und Licht können ungehindert eindringen und greifen die im Hafer enthaltenen Nährstoffe und Aromen an. Ein Zersetzungsprozess beginnt. Besonders stark sind die im Keimling des Haferkorns enthaltenen Öle davon betroffen, die nach einigen Wochen sogar einen ranzigen Geschmack entwickeln würden. Das wird bei industriell hergestellten Haferflocken nur dadurch verhindert, dass diese erhitzt werden und die Haferflocken somit haltbar gemacht werden.

Die intakte Schale des Korns schützt Nährstoffe und Aromen

Solange das Haferkorn intakt ist, sind die darin enthaltenen Nährstoffe und Aromen jedoch weitgehend geschützt. Dafür sorgt die relativ harte Schale, die die Inhaltsstoffe auf ganz natürliche Weise gut konserviert. Intakte Haferkörner sind wie andere Getreidesorten auch mehrere Jahre ohne nennenswerten Qualitätsverlust lagerbar. Natürlich ist eine fachgerechte Lagerung wichtig, d.h. trocken, dunkel und kühl sowie geschützt vor Ungeziefer. Davon zeugen auch Getreidespeicher, wo weltweit riesige Mengen Getreide über lange Zeiträume gelagert werden, um Jahre mit schlechten Ernten (etwa in Folge einer Dürre wie im Jahr 2018) ausgleichen zu können, ohne dass die Ernährung der Bevölkerung gefährdet wäre. Eine gewisse Belüftung ist sogar zuträglich bei der Lagerung von Hafer und der Sauerstoff in der Luft kann ihm in dieser Form nichts anhaben. Die Verpackung der Großgebinde von Hafer und anderen Getreidearten besteht in den allermeisten Fällen sogar nur aus starkem aber luftdurchlässigem Papier.

Nackthafer

Nicht nur Aromen, sondern auch Nährstoffe bleiben geschützt

Anders als beim Kaffee, geht es beim Selbermachen von Müsli in erster Linie nicht nur um die Aromen und Geschmacksstoffe, die in voller Frische erhalten bleiben, sondern vor allem auch um die Nährstoffe. Aktive Enzyme, wie etwa die bei der Fettverbrennung so wichtige Lipase, und hitzeempfindliche Vitamine bleiben beim frischen Flocken in voller Qualität erhalten. Ballaststoffe, ganz essentiell für eine gesunde Verdauung, behalten ihre wertvollen Eigenschaften. Quasi als zusätzliche willkommene Nebenwirkung bleiben auch die natürlichen Geschmacksaromen erhalten. Viele Menschen die frisch geflockten Hafer zum ersten Mal probieren, berichten von einem sehr natürlichen Geruch nach Weidegras und einem intensiven, leicht nussig-blumigem Geschmack. Der Schlüssel zum guten Geschmack liegt in den Ölen, die, frisch aufgeschlossen, die vielfältigen Frischearomen des geflockten Korns transportieren. Schließlich sind Fette, also Öle, bekanntermaßen natürliche Geschmacksverstärker.

Hafer enthält besonders viele wertvolle Fettsäuren

Hafer ist insofern besonders als dass er unter den Getreiden mit Abstand den höchsten Fettgehalt aufweist. Mit 6-7 Prozent Fett enthält er zwei bis drei Mal so viel Fett wie die meisten anderen Getreidearten wie etwa Dinkel oder Weizen. Etwa drei Viertel davon sind ernährungsphysiologisch besonders wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Darunter fallen vor allem die Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure, und die Ölsäure, die regulierend auf Cholesterin- und Blutfettspiegel wirkt.

Es lohnt sich beim Müsli also ganz besonders, die Zutaten selber frisch zu flocken – noch viel mehr als beim Kaffee. Man profitiert dabei nicht nur vom besonders frischen und intensiven Aroma, sondern auch von wertvollen Nährstoffen.

Beliebte Produkte um Müsli frisch zu flocken